Fragen zur erweiterten Herstellerverantwortung (EPR)
Die Anforderungen der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) betreffen viele Unternehmen unmittelbar. Registrierungspflichten, Rücknahmeorganisation, Mengenmeldungen oder die Auswahl eines geeigneten Systems zur Pflichterfüllung – die Vorgaben sind komplex und unterscheiden sich je nach Land.
Sie erhalten hier Antworten auf zentrale Fragen rund um EPR, WEEE, Batterien, Verpackungen und weitere produktbezogene Verpflichtungen. Die Inhalte helfen Ihnen einzuschätzen, ob Ihr Unternehmen betroffen ist und welche Schritte erforderlich sind.
Sollten Sie Ihre konkrete Fragestellung hier nicht wiederfinden, sprechen Sie uns gern an. Wir prüfen Ihre Situation individuell und geben Ihnen eine fundierte Einschätzung.
Häufige Fragen zur erweiterten Herstellerverantwortung (EPR)
Die Herstellerregistrierung ist eine gesetzliche Pflicht im Rahmen der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR). Sie stellt sicher, dass Unternehmen die Verantwortung für ihre Produkte am Ende des Lebenszyklus übernehmen, insbesondere für Rücknahme, Recycling und Entsorgung.
Als Hersteller gilt in der Regel das Unternehmen, das ein Produkt erstmals in einem EU-Mitgliedstaat in Verkehr bringt. Die Registrierung erfolgt bei den zuständigen nationalen Behörden oder Registern des jeweiligen Landes.
Eine einheitliche EU-weite Registrierung gibt es nicht. Die europäischen Richtlinien werden von den Mitgliedstaaten jeweils in nationales Recht umgesetzt. Deshalb müssen Hersteller ihre Registrierungspflichten in jedem einzelnen Land prüfen, in dem sie Produkte vertreiben.
Im Bereich Elektro- und Elektronikgeräte (WEEE) sind die nationalen Register in vielen Ländern öffentlich einsehbar. So können Behörden und Marktteilnehmer überprüfen, ob ein Unternehmen ordnungsgemäß registriert ist.
Als Hersteller im Sinne der erweiterten Herstellerverantwortung gilt grundsätzlich das Unternehmen, das ein Produkt erstmals in einem Land in Verkehr bringt. Entscheidend ist also nicht zwingend, wer das Produkt produziert hat, sondern wer es auf dem jeweiligen Markt anbietet.
Je nach Vertriebsmodell können daher auch folgende Unternehmen als Hersteller eingestuft werden:
- Importeure
- Händler mit Eigenmarken
- Onlinehändler und Fernverkäufer
- Unternehmen, die Produkte direkt in ein anderes EU-Land liefern
Ob Ihr Unternehmen als Hersteller gilt, hängt unter anderem davon ab:
- in welchen Ländern Sie Produkte vertreiben
- über welches Unternehmen der Vertrieb erfolgt
- ob Sie direkt an Endkunden oder über Zwischenhändler verkaufen
- ob Sie Waren aus dem Ausland einführen
Da die EPR-Richtlinien in jedem EU-Mitgliedstaat unterschiedlich umgesetzt werden, kann die Einstufung von Land zu Land variieren.
Eine sorgfältige Prüfung ist daher unerlässlich. Wer irrtümlich davon ausgeht, kein Hersteller zu sein, riskiert fehlende Registrierungen, Bußgelder und Vertriebsverbote.
Die rechtlichen Definitionen im Detail haben wir hier für Sie gesondert zusammengestellt.
Ob Sie Ihre Registrierungsnummer veröffentlichen müssen, hängt vom jeweiligen Land und vom betroffenen Produktbereich ab.
In einigen EU-Mitgliedstaaten besteht die Pflicht, Registrierungsnummern für Elektro- und Elektronikgeräte, Batterien oder Verpackungen offenzulegen. Dies kann beispielsweise die Angabe auf Ihrer Unternehmenswebsite, auf Rechnungen oder in geschäftlichen Unterlagen betreffen.
Ziel dieser Veröffentlichungspflicht ist Transparenz. Behörden und Marktteilnehmer sollen nachvollziehen können, dass ein Unternehmen ordnungsgemäß registriert ist und seinen gesetzlichen Verpflichtungen nachkommt.
Da die Vorgaben national unterschiedlich geregelt sind, ist für jedes Land zu prüfen, ob und in welcher Form eine Veröffentlichung erforderlich ist. Eine fehlende oder fehlerhafte Angabe kann als Verstoß gewertet werden.
Das kommt auf Ihr Vertriebsmodell an.
Auch wenn Sie ausschließlich an Wiederverkäufer oder Großhändler liefern, können Sie im Sinne der WEEE-Vorgaben als Hersteller gelten. Entscheidend ist, welches Unternehmen das Produkt erstmals in dem jeweiligen Land in Verkehr bringt.
Maßgeblich sind unter anderem folgende Punkte:
- Über welches Unternehmen erfolgt der Verkauf?
- In welchem Land wird das Produkt erstmals angeboten?
- Liefern Sie direkt in ein anderes EU-Land?
- Übernimmt der Wiederverkäufer ausdrücklich und rechtswirksam die Herstellerpflichten?
Nur wenn der Wiederverkäufer die gesetzlichen Verpflichtungen wie Registrierung, Mengenmeldung und Finanzierung der Rücknahme eindeutig übernimmt, kann sich die Verantwortung verlagern. Ohne eine solche klare Regelung bleibt die Pflicht in vielen Fällen beim ursprünglichen Lieferanten.
Gerade bei grenzübergreifendem Vertrieb oder Onlinehandel entstehen schnell Herstellerpflichten, auch wenn kein direkter Verkauf an Endverbraucher erfolgt.
Eine genaue Prüfung des Vertriebswegs ist daher unerlässlich.
Die Dauer des Registrierungsverfahrens hängt vom jeweiligen Land und vom betroffenen Produktbereich ab. Sie kann wenige Tage betragen, in manchen Staaten jedoch auch mehrere Wochen oder Monate in Anspruch nehmen.
Ein entscheidender Faktor ist die Vollständigkeit der eingereichten Unterlagen. Unklare Angaben, fehlende Dokumente oder Rückfragen der Behörden verlängern das Verfahren erheblich.
Wichtig ist zudem: In vielen Ländern dürfen Produkte erst angeboten oder verkauft werden, wenn die Registrierung offiziell bestätigt wurde. Eine Antragstellung allein reicht häufig nicht aus.
Wer Produkte vor abgeschlossener Registrierung in Verkehr bringt, riskiert Vertriebsverbote und Bußgelder.
Da die Abläufe national unterschiedlich geregelt sind, empfiehlt es sich frühzeitig zu planen, insbesondere bei Markteintritten in neue Länder oder bei der Einführung neuer Produktkategorien.
In den meisten europäischen Ländern dürfen Produkte erst dann angeboten oder verkauft werden, wenn die Registrierung offiziell bestätigt wurde. Die bloße Antragstellung genügt in der Regel nicht.
Das bedeutet: Solange keine Registrierungsnummer oder behördliche Bestätigung vorliegt, besteht häufig ein Vertriebsverbot.
Wer dennoch Produkte in Verkehr bringt, obwohl die Registrierung noch nicht abgeschlossen ist, riskiert:
- behördliche Verkaufsstopps
- Bußgelder
- Abmahnungen durch Wettbewerber
- mögliche Rückrufverpflichtungen
Da die nationalen Regelungen voneinander abweichen, sollte vor dem Markteintritt genau geprüft werden, ab welchem Zeitpunkt ein Verkauf zulässig ist.
Eine frühzeitige Registrierung ist daher eine wichtige Voraussetzung für rechtssicheren Vertrieb.
Wer seiner Registrierungspflicht nicht nachkommt, begeht in den meisten Ländern einen Gesetzesverstoß. Die zuständigen Behörden können entsprechende Maßnahmen einleiten.
Je nach nationaler Regelung drohen unter anderem:
- Bußgelder
- Vertriebsverbote
- Abschöpfung von Umsätzen
- behördliche Anordnungen zur nachträglichen Registrierung
- wettbewerbsrechtliche Abmahnungen
Die Höhe möglicher Geldbußen variiert stark. In einzelnen Ländern können sie erheblich ausfallen. Zusätzlich entstehen häufig Folgekosten, etwa durch Rücknahmen oder Vertriebsunterbrechungen.
Auch eine unvollständige Registrierung oder verspätete Meldungen können sanktioniert werden.
Da die Durchsetzung in vielen Staaten zunehmend kontrolliert wird, empfiehlt sich eine rechtzeitige und vollständige Erfüllung der Herstellerpflichten.
Wer seinen Pflichten aus der nationalen Umsetzung der WEEE-Vorgaben nicht nachkommt, verstößt gegen geltendes Recht. Das betrifft nicht nur die fehlende Registrierung, sondern auch unvollständige oder verspätete Mengenmeldungen sowie das Fehlen einer vorgeschriebenen Rücknahme- und Finanzierungslösung.
Typische Verstöße sind:
- Verkauf ohne gültige Registrierung
- keine Beteiligung an einem genehmigten Rücknahmesystem
- falsche oder verspätete Mengenmeldungen
- unvollständige Angaben gegenüber Behörden
Die möglichen Folgen reichen von Bußgeldern über Vertriebsverbote bis hin zu wettbewerbsrechtlichen Maßnahmen durch Mitbewerber.
In Deutschland können die Geldbußen pro Verstoß bis zu 100.000 Euro betragen. Auch in anderen Ländern sind die Sanktionen erheblich.
Neben den finanziellen Risiken entsteht häufig zusätzlicher Aufwand durch nachträgliche Korrekturen, Prüfverfahren oder vorübergehende Verkaufsstopps.
Eine ordnungsgemäße Registrierung allein genügt daher nicht. Entscheidend ist die vollständige und fortlaufende Erfüllung aller Herstellerpflichten.
Ein kollektives Rücknahmesystem ist eine Organisation, die Hersteller bei der Erfüllung ihrer gesetzlichen Pflichten unterstützt.
Solche Organisationen werden häufig als Organisationen für Herstellerverantwortung (OfH) bezeichnet. Sie übernehmen im Auftrag der Hersteller Aufgaben wie Sammlung, Rücknahme, Recycling sowie Mengenmeldungen gegenüber den zuständigen Behörden.
Solche Systeme übernehmen im Auftrag ihrer Mitglieder insbesondere:
- die Organisation der Rücknahme und Verwertung von Altgeräten, Batterien oder Verpackungen
- die Meldung der in Verkehr gebrachten Mengen an die zuständigen Behörden
- die Berechnung und Abwicklung gesetzlich vorgeschriebener Gebühren
- die Dokumentation der erreichten Recycling- und Verwertungsquoten
Hersteller können, je nach nationaler Regelung, ihre Pflichten entweder individuell erfüllen oder sich einem solchen System anschließen. In vielen Ländern ist die Teilnahme an einem kollektiven System verpflichtend.
Das System bündelt die Mengen mehrerer Unternehmen und organisiert die praktische Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen. Für Hersteller bedeutet das in der Regel administrative Entlastung und Rechtssicherheit.
Da die Ausgestaltung von Land zu Land unterschiedlich ist, sollte geprüft werden, welches System im jeweiligen Markt anerkannt und geeignet ist.
Im Bereich der Elektro- und Elektronikgeräte bestehen in den meisten EU-Ländern keine Mengenschwellen. Das bedeutet: Wer Produkte in Verkehr bringt, muss sich grundsätzlich registrieren lassen, unabhängig davon, ob es sich um wenige Stück oder große Mengen handelt.
Anders kann es bei Batterien oder Verpackungen aussehen. In einigen Ländern greifen bestimmte Pflichten erst ab einer festgelegten Mindestmenge pro Jahr. Diese Schwellenwerte sind jedoch national unterschiedlich geregelt und teils produktabhängig.
Wichtig ist zudem: Auch wenn einzelne Pflichten erst ab einer bestimmten Menge gelten, kann dennoch eine Registrierung erforderlich sein.
Wer davon ausgeht, bei geringen Verkaufszahlen automatisch ausgenommen zu sein, riskiert daher Fehlentscheidungen.
Eine länderspezifische Prüfung ist in jedem Fall notwendig, insbesondere bei grenzüberschreitendem Vertrieb.
Eine EU-Verordnung gilt unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Sie ist in allen Teilen verbindlich und muss nicht erst in nationales Recht umgesetzt werden. Sobald sie in Kraft tritt, ist sie in jedem EU-Land gleichermaßen anzuwenden.
Eine EU-Richtlinie legt dagegen ein Ziel fest, das alle Mitgliedstaaten erreichen müssen. Wie dieses Ziel im Detail umgesetzt wird, entscheidet jedes Land selbst durch eigene nationale Gesetze.
Für Unternehmen bedeutet das:
Bei einer Richtlinie können sich konkrete Pflichten, Verfahren und Fristen von Land zu Land unterscheiden. Genau deshalb weichen etwa die Anforderungen im Bereich WEEE, Batterien oder Verpackungen innerhalb der EU teilweise erheblich voneinander ab.
EU-Rechtsakte werden gemeinsam von den Mitgliedstaaten beschlossen, entfalten jedoch, je nach Rechtsform, unterschiedliche Wirkung im nationalen Recht.
WEEE FAQ
Die WEEE-Richtlinie ist die europäische Richtlinie über Elektro- und Elektronik-Altgeräte. Sie regelt, wie mit ausgedienten Elektro- und Elektronikprodukten umzugehen ist und verpflichtet Hersteller, die Entsorgung und Verwertung ihrer Produkte zu finanzieren.
Rechtsgrundlage ist die Richtlinie 2012/19/EU. Sie bildet den Rahmen, den die einzelnen EU-Mitgliedstaaten in nationales Recht umsetzen. Deshalb unterscheiden sich die konkreten Anforderungen, Verfahren und Meldepflichten je nach Land.
Ziel der WEEE-Vorgaben ist es,
- Elektro- und Elektronikabfälle zu vermeiden
- die Wiederverwendung und das Recycling zu fördern
- wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen
- Umwelt- und Gesundheitsrisiken durch unsachgemäße Entsorgung zu verhindern
Ein zentrales Prinzip ist die Herstellerverantwortung. Unternehmen, die Elektrogeräte in Verkehr bringen, tragen die finanzielle und organisatorische Verantwortung für deren Rücknahme und Verwertung.
Für Hersteller bedeutet das: Registrierung, regelmäßige Mengenmeldungen sowie die Beteiligung an einem genehmigten Rücknahmesystem sind in den meisten Ländern verpflichtend.
WEEE steht für Waste Electrical and Electronic Equipment und bezeichnet Elektro- und Elektronik-Altgeräte.
Gemeint sind Geräte, die für ihren Betrieb elektrischen Strom oder elektromagnetische Felder benötigen. Dazu zählen unter anderem Haushaltsgeräte, IT- und Telekommunikationsgeräte, Werkzeuge, Leuchten oder elektronische Spielzeuge.
Sobald ein solches Gerät entsorgt wird, gilt es rechtlich als Abfall im Sinne der europäischen Abfallrahmenrichtlinie. In diesem Stadium spricht man von einem Elektro- und Elektronik-Altgerät.
Wichtig ist die Abgrenzung:
Nicht jedes elektrische Bauteil fällt automatisch unter die WEEE-Vorgaben. Entscheidend ist, ob es sich um ein eigenständiges Gerät handelt, das bestimmungsgemäß mit Strom betrieben wird.
Die genaue Definition ergibt sich aus der Richtlinie 2012/19/EU sowie aus den jeweiligen nationalen Umsetzungsgesetzen.
Die WEEE-Richtlinie verfolgt das Ziel, Elektro- und Elektronik-Altgeräte umweltgerecht zu behandeln und wertvolle Rohstoffe im Kreislauf zu halten.
Zentrale Leitlinie ist die sogenannte Abfallhierarchie. Sie gibt vor, in welcher Reihenfolge mit Abfällen umzugehen ist:
- Vermeidung von Abfall
- Vorbereitung zur Wiederverwendung
- Recycling
- sonstige Verwertung
- erst danach Beseitigung
Für Hersteller bedeutet das: Produkte sollen so gestaltet und organisiert werden, dass sie möglichst lange genutzt, repariert und recycelt werden können.
Die Richtlinie legt zudem Mindestquoten für die Sammlung und Verwertung von Elektroaltgeräten fest. Die Mitgliedstaaten müssen sicherstellen, dass diese Quoten erreicht werden.
Ein wesentlicher Grundsatz ist die Herstellerverantwortung. Unternehmen, die Elektrogeräte in Verkehr bringen, finanzieren die Rücknahme und Verwertung ihrer Produkte am Ende des Lebenszyklus.
Ziel ist nicht nur die ordnungsgemäße Entsorgung, sondern vor allem die effiziente Nutzung von Ressourcen und die Rückgewinnung wertvoller Sekundärrohstoffe.
Nein. Die WEEE-Richtlinie gibt einen europäischen Rahmen vor, wird jedoch von jedem Mitgliedstaat in eigenes nationales Recht überführt. Dadurch entstehen Unterschiede in den konkreten Anforderungen.
Betroffen sind unter anderem:
- Registrierungsverfahren
- Meldeformate und Meldefristen
- Gebührenstrukturen
- Anforderungen an Bevollmächtigte
- organisatorische Vorgaben zur Rücknahme
Für Hersteller bedeutet das: Wer Produkte in mehreren EU-Ländern vertreibt, muss die Vorgaben in jedem einzelnen Land gesondert prüfen und erfüllen.
Eine Registrierung in einem Land ersetzt nicht automatisch die Registrierung in einem anderen. Ebenso können Fristen, Zuständigkeiten und Systemstrukturen voneinander abweichen.
Gerade bei grenzüberschreitendem Vertrieb ist daher eine länderspezifische Betrachtung unerlässlich.
Als Elektro- und Elektronikgerät gelten alle Geräte, die für ihre ordnungsgemäße Funktion elektrischen Strom oder elektromagnetische Felder benötigen. Ebenso erfasst sind Geräte, die solche Ströme oder Felder erzeugen, übertragen oder messen.
Voraussetzung ist, dass die Geräte für eine Nennspannung von höchstens 1.000 Volt Wechselstrom oder 1.500 Volt Gleichstrom ausgelegt sind. Produkte oberhalb dieser Schwellen fallen nicht unter die WEEE-Vorgaben.
Entscheidend ist die Abhängigkeit vom Strom.
Kann das Produkt ohne elektrische Energie seine Hauptfunktion nicht erfüllen, handelt es sich in der Regel um ein Elektro- oder Elektronikgerät im Sinne der Richtlinie.
Typische Beispiele sind:
- Haushalts- und Küchengeräte
- IT- und Telekommunikationsgeräte
- Beleuchtungskörper
- Werkzeuge mit elektrischem Antrieb
- Unterhaltungselektronik
Nicht jedes Produkt mit einem elektrischen Bauteil fällt automatisch darunter. Maßgeblich ist, ob es sich um ein eigenständiges Gerät handelt oder lediglich um eine Komponente innerhalb eines größeren Systems.
Da es im Einzelfall Abgrenzungsfragen geben kann, empfiehlt sich eine genaue Prüfung der Produktfunktion.
Ob Ihre Produkte unter die WEEE-Vorgaben fallen, hängt von ihrer Funktion und Ausgestaltung ab.
Grundsätzlich erfasst die Richtlinie alle Geräte, die für ihren Betrieb elektrischen Strom benötigen oder elektromagnetische Felder nutzen. Maßgeblich ist dabei die Hauptfunktion des Produkts. Kann es ohne Strom seine bestimmungsgemäße Aufgabe nicht erfüllen, spricht vieles dafür, dass es als Elektro- oder Elektronikgerät einzustufen ist.
Es gibt jedoch Ausnahmen. Bestimmte Produktgruppen sind ausdrücklich vom Anwendungsbereich ausgenommen, etwa:
- ortsfeste industrielle Großwerkzeuge
- ortsfeste Großanlagen
- bestimmte militärische oder sicherheitsrelevante Geräte
- Transportmittel
Ob eine Ausnahme greift, ist stets im Einzelfall zu prüfen. Gerade bei komplexen oder modular aufgebauten Produkten kommt es auf die konkrete Konstruktion und Nutzung an.
Auch nationale Besonderheiten können eine Rolle spielen, da die Umsetzung der Richtlinie von Land zu Land variiert.
Eine sorgfältige Produktanalyse schafft hier Klarheit und verhindert spätere Korrekturen im Registrierungsverfahren.
Von der WEEE-Richtlinie sind alle Unternehmen betroffen, die Elektro- oder Elektronikgeräte erstmals in einem Land in Verkehr bringen.
Dabei spielt es keine Rolle, ob die Produkte an private Haushalte, gewerbliche Kunden oder öffentliche Einrichtungen verkauft werden. Entscheidend ist allein, wer das Gerät auf dem jeweiligen Markt anbietet.
Betroffen sein können unter anderem:
- Hersteller mit eigener Produktion
- Importeure
- Händler mit Eigenmarken
- Onlinehändler und Versandhändler
- Unternehmen, die Produkte direkt in ein anderes EU-Land liefern
Auch rein gewerbliche Vertriebsmodelle schließen eine Herstellerpflicht nicht automatisch aus.
Wer Produkte grenzüberschreitend vertreibt, etwa über einen Onlineshop, kann in mehreren Ländern gleichzeitig registrierungspflichtig sein.
Maßgeblich sind das jeweilige Vertriebsmodell, die beteiligten Gesellschaften und der Ort des ersten Inverkehrbringens.
Für die Registrierung und die regelmäßigen Mengenmeldungen werden Elektro- und Elektronikgeräte einer bestimmten WEEE-Kategorie zugeordnet.
Seit der Umstellung auf den sog. offenen Anwendungsbereich werden Geräte grundsätzlich sechs Hauptkategorien zugeordnet:
- Wärmeüberträger
- Bildschirme und Monitore
- Lampen
- Großgeräte
- Kleingeräte
- kleine IT- und Telekommunikationsgeräte
Die korrekte Einstufung ist wichtig, da sie Einfluss auf Meldepflichten, Gebühren und Recyclingquoten haben kann.
Anhang IV der Richtlinie 2012/19/EU enthält eine nicht abschließende Liste von Beispielgeräten. Sie dient als Orientierung, ersetzt jedoch keine individuelle Prüfung.
Zudem können einzelne Länder bei der praktischen Umsetzung abweichende Unterkategorien oder nationale Besonderheiten vorsehen. Gerade bei technischen Spezialprodukten oder kombinierten Geräten empfiehlt sich daher eine genaue Zuordnung.
Eine falsche Kategorisierung kann zu fehlerhaften Meldungen und späteren Korrekturen führen.
Geräte für den professionellen Gebrauch (B2B-Geräte) sind Produkte, die ausschließlich außerhalb privater Haushalte eingesetzt werden. Dazu zählen insbesondere gewerbliche, industrielle oder öffentliche Einrichtungen.
Typische Beispiele sind:
- industrielle Produktionsmaschinen
- gewerblich genutzte Küchentechnik
- medizinische oder labortechnische Geräte
- spezielle IT- oder Netzwerktechnik für Unternehmen
Entscheidend ist nicht, wer kauft, sondern die vorgesehene Nutzung. Ist das Gerät objektiv nur für den professionellen Einsatz geeignet und nicht für private Haushalte bestimmt, gilt es als reines B2B-Gerät.
Diese Einstufung kann Auswirkungen auf Meldepflichten, Rücknahmesysteme und Kennzeichnung haben.
Die Abgrenzung sollte sorgfältig erfolgen, da eine falsche Einordnung zu fehlerhaften Registrierungen oder Meldungen führen kann.
Geräte für den privaten Gebrauch sind Produkte, die typischerweise in Haushalten verwendet werden oder dort verwendet werden können.
Dabei kommt es nicht ausschließlich auf den tatsächlichen Käufer an, sondern auf die objektive Eignung des Geräts. Kann ein Produkt auch von privaten Endnutzern eingesetzt werden, gilt es in der Regel als B2C-Gerät.
Typische Beispiele sind:
- Haushaltsgeräte
- Unterhaltungselektronik
- Computer, Tablets oder Zubehör
- Elektrowerkzeuge für den Heimgebrauch
- Leuchten und Lampen
Auch Produkte, die sowohl im gewerblichen als auch im privaten Umfeld genutzt werden können, fallen grundsätzlich unter die Regelungen für Haushaltsgeräte.
Die Einstufung als B2C-Gerät hat Auswirkungen auf Rücknahmepflichten und Meldeanforderungen, da für Geräte aus privaten Haushalten häufig andere organisatorische Vorgaben gelten als für reine B2B-Produkte.
Geräte mit doppeltem Verwendungszweck sind Produkte, die sowohl in privaten Haushalten als auch im gewerblichen oder öffentlichen Bereich eingesetzt werden können.
Entscheidend ist nicht, an wen das Gerät verkauft wird, sondern ob es objektiv für die Nutzung in Haushalten geeignet ist. Besteht diese Möglichkeit, wird das Produkt in der Regel den Vorgaben für Haushaltsgeräte zugeordnet.
Typische Beispiele sind:
- Drucker
- Monitore
- Elektrowerkzeuge
- Beleuchtungssysteme
- IT-Zubehör
Auch wenn ein Unternehmen solche Produkte ausschließlich an gewerbliche Kunden verkauft, gelten sie häufig als Geräte für private Haushalte, sofern sie grundsätzlich auch dort verwendet werden könnten.
Für Hersteller bedeutet das: Geräte mit doppeltem Verwendungszweck unterliegen in der Regel den strengeren Vorgaben für B2C-Produkte, insbesondere im Hinblick auf Rücknahmesysteme und Mengenmeldungen.
Die korrekte Einstufung ist daher entscheidend für eine rechtskonforme Registrierung.
Die Herstellerpflicht nach der WEEE-Richtlinie bezieht sich grundsätzlich auf Elektro- und Elektronikgeräte als eigenständige Produkte.
Eine Komponente ist dagegen ein Bauteil, das in ein größeres Gerät eingebaut wird und nicht für sich allein bestimmt ist. Solche Bestandteile werden in der Regel nicht separat registriert.
Anders kann es aussehen, wenn eine Komponente eigenständig vertrieben und direkt zur Nutzung angeboten wird. Wird ein Bauteil unabhängig von einem übergeordneten System verkauft und kann es seine Funktion selbst erfüllen, kann es als Gerät im Sinne der WEEE-Vorgaben gelten.
Entscheidend ist also:
- Wird das Produkt als eigenständige Einheit vermarktet?
- Hat es eine eigene bestimmungsgemäße Funktion?
- Ist es für den direkten Einsatz vorgesehen?
Die Abgrenzung erfolgt stets im Einzelfall. Eine falsche Einordnung kann zu fehlender Registrierung oder fehlerhaften Meldungen führen
Nein, eine eigene Niederlassung ist nicht in jedem Fall erforderlich.
Hat ein Hersteller in einem bestimmten EU-Land keine eigene rechtliche Präsenz, kann es jedoch notwendig sein, einen Bevollmächtigten zu benennen. Dieser übernimmt im jeweiligen Land die gesetzlichen Pflichten im Zusammenhang mit der WEEE-Registrierung und den laufenden Meldungen.
Ob eine solche Benennung erforderlich ist, hängt unter anderem ab von:
- der Art des Vertriebs
- dem Sitz des Unternehmens
- dem Zielland des Verkaufs
- der Frage, ob direkt an Endkunden geliefert wird
Insbesondere beim grenzüberschreitenden Onlinehandel ist die Bestellung eines Bevollmächtigten häufig verpflichtend.
Verfügt ein Unternehmen bereits über eine eingetragene Gesellschaft im jeweiligen Land, kann diese unter bestimmten Voraussetzungen selbst als registrierungspflichtiger Hersteller auftreten. Auch hier gelten jedoch nationale Besonderheiten.
Da die Anforderungen von Land zu Land unterschiedlich geregelt sind, sollte vor dem Markteintritt geprüft werden, ob eine Bevollmächtigten-Lösung erforderlich ist.
Ein Bevollmächtigter, häufig kurz als AR (für Authorized Representative) bezeichnet, ist eine im jeweiligen Land ansässige juristische Person, die im Auftrag eines ausländischen Herstellers dessen gesetzliche Pflichten nach der WEEE-Richtlinie übernimmt.
Die Benennung eines AR ist in vielen Fällen erforderlich, wenn ein Unternehmen Elektrogeräte in einem EU-Land vertreibt, dort jedoch keine eigene rechtliche Präsenz unterhält.
Typische Konstellationen sind:
- Ein Unternehmen mit Sitz in einem EU-Land verkauft direkt an Kunden in einem anderen EU-Land.
- Ein Onlinehändler beliefert Endkunden grenzüberschreitend.
- Ein Hersteller außerhalb der EU bringt Produkte unmittelbar in einem Mitgliedstaat in Verkehr.
Der AR übernimmt in diesem Fall unter anderem:
- die Registrierung bei der zuständigen Behörde
- die laufenden Mengenmeldungen
- die Kommunikation mit den nationalen Stellen
- die Sicherstellung der Teilnahme an einem genehmigten Rücknahmesystem
Ob ein AR bestellt werden muss, hängt von der nationalen Umsetzung der Richtlinie sowie vom konkreten Vertriebsmodell ab. Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Land.
Besteht bereits eine eigene rechtliche Einheit im jeweiligen Land, ist die Benennung eines AR in der Regel nicht vorgesehen.
Nein, nicht jedes Land vergibt eine klassische WEEE-Registrierungsnummer.
In vielen EU-Mitgliedstaaten erhalten Hersteller nach erfolgreicher Registrierung eine eindeutige Registrierungsnummer. Diese dient als Nachweis gegenüber Behörden, Geschäftspartnern und in einigen Fällen auch gegenüber Endkunden.
In anderen Ländern erfolgt die Bestätigung der Registrierung auf andere Weise, etwa durch:
- ein offizielles Bestätigungsschreiben der zuständigen Behörde
- einen Eintrag in ein öffentlich einsehbares Register
- eine elektronische Registrierungsbestätigung im System der Behörde
Entscheidend ist nicht die Form des Nachweises, sondern dass die Registrierung ordnungsgemäß abgeschlossen und dokumentiert ist. Ist ein Unternehmen in mehreren Ländern tätig, gilt es also zu beachten, dass sich sowohl die Vergabe als auch die Struktur der Registrierungsbestätigung unterscheiden können.
Elektro- und Elektronikgeräte müssen gemäß den WEEE-Vorgaben eindeutig gekennzeichnet sein. Ziel ist es, die getrennte Sammlung von Altgeräten sicherzustellen und Verbraucher über die richtige Entsorgung zu informieren.
Vorgeschrieben ist das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne auf Rädern. Es zeigt an, dass das Gerät nicht über den Hausmüll entsorgt werden darf.

Das Symbol muss:
- sichtbar
- gut lesbar
- dauerhaft angebracht
sein. Ist dies aufgrund der Größe oder Beschaffenheit des Geräts nicht möglich, darf die Kennzeichnung auf der Verpackung, der Gebrauchsanweisung oder dem Garantieschein erfolgen.
Zusätzlich muss erkennbar sein, dass das Produkt nach dem 13. August 2005 in Verkehr gebracht wurde. Dies geschieht in der Regel durch einen Balken unterhalb des Symbols oder durch eine eindeutige Datumskennzeichnung.
Darüber hinaus ist eine eindeutige Herstellerkennzeichnung erforderlich, etwa durch den Markennamen, ein Logo oder eine registrierte Kennzeichnung.
Das offizielle Symbol der durchgestrichenen Mülltonne kann über die Website des Umweltbundesamtes heruntergeladen werden. Da einzelne Länder ergänzende Anforderungen stellen können, empfiehlt sich eine Prüfung der nationalen Vorgaben vor dem Markteintritt.
Ortsfeste Großanlagen, häufig als LSFI bezeichnet, sind groß dimensionierte Anlagen, die dauerhaft an einem bestimmten Ort installiert und dort betrieben werden. Sie bestehen in der Regel aus mehreren Einzelgeräten, die aufeinander abgestimmt sind und gemeinsam eine übergeordnete Funktion erfüllen.
Solche Anlagen fallen grundsätzlich nicht unter die WEEE-Richtlinie.
Wichtig ist jedoch die Unterscheidung:
Standardgeräte, die in einer Großanlage verbaut sind, können weiterhin unter die WEEE-Vorgaben fallen, wenn sie nicht speziell für diese Anlage entwickelt wurden.
Beispiel:
Wird ein handelsübliches Steuergerät, ein Monitor oder ein IT-Modul in eine ortsfeste Anlage integriert, kann dieses Bauteil als eigenständiges Elektrogerät gelten und damit registrierungspflichtig sein.
Entscheidend ist daher:
- Ist das Produkt speziell für eine bestimmte Großanlage konstruiert?
- Oder handelt es sich um ein eigenständiges Standardgerät mit eigener Funktion?
Die Abgrenzung erfolgt im Einzelfall und ist sorgfältig zu prüfen, da Fehlbewertungen zu falscher Registrierung oder fehlenden Meldungen führen können.
Elektro- und Elektronik-Altgeräte werden getrennt gesammelt und spezialisierten Recyclinganlagen zugeführt. Dort erfolgt eine systematische Behandlung, um Schadstoffe sicher zu entfernen und verwertbare Materialien zurückzugewinnen.
Der Ablauf umfasst in der Regel:
- manuelle oder mechanische Demontage
- Trennung von Kunststoffen, Metallen und elektronischen Bauteilen
- Entfernung gefährlicher Stoffe
- Rückgewinnung von Rohstoffen wie Kupfer, Aluminium oder Edelmetallen
Die Ablagerung auf Deponien oder die Verbrennung ohne vorherige Behandlung ist unzulässig. Ziel der WEEE-Vorgaben ist es, wertvolle Ressourcen im Wirtschaftskreislauf zu halten und Umweltbelastungen zu vermeiden.
Für Hersteller bedeutet das:
Sie finanzieren über ihre Systembeteiligung die Sammlung, Behandlung und Verwertung der von ihnen in Verkehr gebrachten Geräte.
Weiterführende Informationen zum Thema WEEE-Recycling und -Entsorgung haben wir hier für Sie zusammengestellt.
Batterien – Häufige Fragen zur Batterieregulierung
Die europäische Batterierichtlinie regelt das Inverkehrbringen, die Rücknahme und das Recycling von Batterien und Akkumulatoren.
Rechtsgrundlage war zunächst die Richtlinie 2006/66/EG. Sie verpflichtete Hersteller zur Registrierung, zur Finanzierung von Rücknahmesystemen sowie zur Kennzeichnung von Batterien.
Diese Richtlinie wurde inzwischen durch die neue EU-Batterieverordnung 2023/1542 abgelöst. Anders als eine Richtlinie gilt eine Verordnung unmittelbar in allen Mitgliedstaaten und sorgt damit für eine stärkere Harmonisierung der Anforderungen.
Die neue Batterieverordnung enthält neben klassischen Rücknahme- und Registrierungspflichten zusätzliche Vorgaben zu:
- Nachhaltigkeit
- Sicherheitsanforderungen
- Kennzeichnung
- Informationspflichten
- Produktgestaltung
Für Hersteller bedeutet das eine Ausweitung der regulatorischen Anforderungen – insbesondere im Hinblick auf Transparenz und Recyclingfähigkeit.
Die EU-Batterieverordnung 2023/1542 ist die neue europäische Rechtsgrundlage für das Inverkehrbringen und die Entsorgung von Batterien und Altbatterien. Sie ersetzt die frühere Batterierichtlinie und gilt unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten.
Im Unterschied zur Richtlinie bedarf eine Verordnung keiner nationalen Umsetzung. Die Anforderungen sind daher EU-weit verbindlich und einheitlich anzuwenden.
Die Verordnung enthält neben klassischen Pflichten zur Registrierung und Rücknahme zahlreiche neue Vorgaben. Dazu zählen unter anderem:
- strengere Anforderungen an Nachhaltigkeit und Recyclingfähigkeit
- verbindliche Mindestanteile recycelter Materialien
- erweiterte Kennzeichnungs- und Informationspflichten
- neue Regelungen zur Entnehmbarkeit von Batterien
- Sorgfaltspflichten in der Lieferkette
Ziel ist es, den gesamten Lebenszyklus von Batterien stärker zu regulieren und ökologische Standards europaweit anzugleichen.
Für Hersteller bedeutet dies eine deutlich erweiterte Verantwortung, sowohl bei der Produktgestaltung als auch bei der Dokumentation und Marktüberwachung.
Die frühere Batterierichtlinie 2006/66/EG legte europäische Ziele fest, etwa zur Rücknahme und zum Recycling von Batterien. Die konkrete Ausgestaltung erfolgte jedoch durch nationale Gesetze in den einzelnen Mitgliedstaaten. Dadurch entstanden Unterschiede bei Registrierung, Meldepflichten und organisatorischen Abläufen.
Die EU-Batterieverordnung 2023/1542 ersetzt diese Richtlinie. Als Verordnung gilt sie unmittelbar in allen Mitgliedstaaten und sorgt für eine stärkere Vereinheitlichung der Anforderungen.
Inhaltlich geht die Verordnung deutlich weiter. Während die Richtlinie vor allem Sammlung und Recycling regelte, enthält die neue Verordnung zusätzliche Vorgaben zu:
- Nachhaltigkeitsanforderungen
- Mindestanteilen recycelter Rohstoffe
- Produktkennzeichnung und Transparenz
- Entnehmbarkeit und Austauschbarkeit von Batterien
- Sorgfaltspflichten entlang der Lieferkette
Für Hersteller bedeutet das: Neben klassischen Registrierungspflichten rücken Produktgestaltung, Materialzusammensetzung und Dokumentationsanforderungen stärker in den Fokus.
Die Regulierung betrifft damit nicht nur das Ende des Produktlebenszyklus, sondern zunehmend auch Entwicklung und Herstellung.
Als Batterien oder Akkumulatoren gelten alle Quellen elektrischer Energie, die durch unmittelbare Umwandlung chemischer Energie erzeugt werden.
Unterschieden wird dabei zwischen:
- Primärbatterien, die nicht wiederaufladbar sind
- Sekundärbatterien, auch Akkumulatoren genannt, die wiederaufladbar sind
Die Definition umfasst einzelne Batteriezellen ebenso wie zu Batterieeinheiten zusammengesetzte Systeme.
Maßgeblich ist die eigenständige Funktion als Energiespeicher. Batterien gelten regulatorisch nicht automatisch als Bestandteil eines Geräts, selbst wenn sie darin eingebaut sind. Sie unterliegen eigenen Registrierungspflichten und Rücknahmevorgaben.
Für Hersteller ist daher entscheidend zu prüfen, ob neben dem Elektrogerät auch die darin enthaltene Batterie separat registriert und gemeldet werden muss.
Die Einordnung von Batterien erfolgt je nach Rechtsgrundlage in unterschiedliche Kategorien. Diese Unterscheidung ist wichtig für Registrierung, Meldepflichten und Rücknahmesysteme.
Nach der früheren Batterierichtlinie wurden drei Haupttypen unterschieden:
- Gerätebatterien
- Industriebatterien
- Fahrzeugbatterien
Die neue EU-Batterieverordnung 2023/1542 differenziert weiter und sieht unter anderem folgende Kategorien vor:
- Gerätebatterien
- Batterien für leichte Verkehrsmittel
- Industriebatterien
- Batterien für Elektrofahrzeuge
- Starterbatterien für Fahrzeuge
Die korrekte Zuordnung hängt von Bauart, Kapazität und Verwendungszweck der Batterie ab. Sie beeinflusst unter anderem:
- Meldeformate
- Rücknahmeanforderungen
- Recyclingquoten
- Kennzeichnungspflichten
Grundsätzlich ja.
Batterien gelten regulatorisch als eigenständige Produktkategorie, auch, wenn sie in ein Elektrogerät eingebaut oder diesem beigefügt sind. Für sie gelten eigene Registrierungs-, Melde- und Rücknahmepflichten.
Das bedeutet: Wer Geräte mit integrierten oder beigelegten Batterien in Verkehr bringt, muss prüfen, ob zusätzlich eine Registrierung als Batteriehersteller erforderlich ist.
Eine Ausnahme kann bestehen, wenn der Lieferant der Batterie im jeweiligen Land bereits ordnungsgemäß registriert ist und die gesetzlichen Pflichten vollständig übernimmt. Dies sollte jedoch eindeutig dokumentiert und nachweisbar sein.
Fehlt eine solche Absicherung, liegt die Verantwortung in der Regel beim Unternehmen, das das Gesamtprodukt erstmals in Verkehr bringt.
Eine getrennte Betrachtung von Gerät und Batterie ist daher unerlässlich.
Batterien und Akkumulatoren müssen gemäß den europäischen Vorgaben eindeutig gekennzeichnet sein. Ziel ist es, eine getrennte Sammlung sicherzustellen und Verbraucher über die richtige Entsorgung zu informieren.
Vorgeschrieben ist das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne. Es zeigt an, dass die Batterie nicht über den Hausmüll entsorgt werden darf.
Das Symbol muss:
- sichtbar
- gut lesbar
- dauerhaft angebracht
sein.
Ist die Batterie sehr klein, darf die Kennzeichnung auf der Verpackung erfolgen.
Zusätzlich gelten besondere Kennzeichnungspflichten für Batterien, die bestimmte Schwermetalle enthalten. Überschreitet der Gehalt festgelegte Grenzwerte, muss das entsprechende chemische Symbol angegeben werden, etwa:
- Hg für Quecksilber
- Cd für Cadmium
- Pb für Blei
Bei Geräte- und Fahrzeugbatterien ist zudem die Angabe der Kapazität vorgeschrieben.
Die neue EU-Batterieverordnung erweitert die Kennzeichnungsanforderungen schrittweise, unter anderem durch zusätzliche Informations- und Transparenzpflichten.
Da die Umsetzungsvorgaben zeitlich gestaffelt in Kraft treten, sollten Hersteller die aktuellen Fristen im Blick behalten.

Batterien müssen getrennt von anderen Abfällen gesammelt werden. Eine unsachgemäße Entsorgung kann Umwelt- und Gesundheitsrisiken verursachen, da Batterien Metalle und chemische Bestandteile enthalten.
Vor der weiteren Behandlung werden Batterien zunächst nach Typ sortiert, zum Beispiel in:
- Lithiumbatterien
- Blei-Säure-Batterien
- Nickel-Cadmium-Batterien
- Nickel-Metallhydrid-Batterien
- Alkali-Mangan- und Zink-Kohle-Batterien
- Knopfzellen
Je nach Batterietyp erfolgt anschließend eine mechanische oder thermische Aufbereitung. Dabei werden Metalle, Elektrolyte und weitere Bestandteile voneinander getrennt.
Ziel ist es, wertvolle Rohstoffe wie Lithium, Kobalt, Nickel oder Blei zurückzugewinnen und erneut in den Produktionskreislauf einzubringen.
In Elektrogeräten eingebaute Batterien müssen vor der Behandlung entfernt werden, sofern dies technisch möglich ist.
Für Hersteller bedeutet das: Sie finanzieren die Sammlung, Sortierung und Verwertung der von ihnen in Verkehr gebrachten Batterien.
In vielen Ländern erfolgt die praktische Umsetzung über Organisationen für Herstellerverantwortung (OfH). Diese Organisationen übernehmen im Auftrag der Hersteller Aufgaben wie Sammlung, Rücknahme, Recycling sowie die Erfüllung von Melde- und Berichtspflichten.
Ja. Nach den europäischen Vorgaben müssen Geräte grundsätzlich so konstruiert sein, dass Altbatterien entnommen werden können.
Ist eine einfache Entnahme durch den Endnutzer technisch möglich, sollte sie ohne besondere Werkzeuge erfolgen. Ist dies nicht vorgesehen, muss die Konstruktion so gestaltet sein, dass qualifizierte Fachkräfte die Batterie ohne Beschädigung des Geräts oder der Batterie entfernen können.
Ziel dieser Vorgabe ist es, eine getrennte Sammlung und fachgerechte Behandlung von Batterien sicherzustellen. Eingebaute Batterien dürfen das Recycling des Gesamtgeräts nicht behindern.
Die EU-Batterieverordnung verschärft diese Anforderungen schrittweise. Künftig gelten strengere Vorgaben zur Austauschbarkeit bestimmter Batterietypen, insbesondere bei tragbaren Geräten.
Hersteller sollten daher bereits bei der Produktentwicklung prüfen, ob Konstruktion und Dokumentation den aktuellen und künftigen Anforderungen entsprechen.
Verpackungen – Häufige Fragen zu Verpackungen und Produktverantwortung
Die europäische Verpackungsrichtlinie 94/62/EG regelt das Inverkehrbringen von Verpackungen sowie den Umgang mit Verpackungsabfällen.
Ziel ist es, Verpackungsabfälle zu vermeiden, Recycling zu fördern und die Verwertung von Materialien europaweit zu verbessern. Hersteller und Vertreiber werden verpflichtet, sich an Rücknahme- und Verwertungssystemen zu beteiligen. In der Praxis erfolgt dies häufig über Organisationen für Herstellerverantwortung (OfH). Diese Organisationen koordinieren im Auftrag der Hersteller die Sammlung, Sortierung und Verwertung von Verpackungsabfällen.
Wie bei anderen Richtlinien legt auch die Verpackungsrichtlinie einen europäischen Rahmen fest. Die konkrete Ausgestaltung erfolgt durch nationale Gesetze in den einzelnen Mitgliedstaaten. Daher unterscheiden sich Registrierungspflichten, Meldeverfahren und Gebührenmodelle je nach Land.
Für Unternehmen bedeutet das: Wer verpackte Waren in einem Land erstmals in Verkehr bringt, kann dort registrierungs- und systembeteiligungspflichtig sein.
Die Anforderungen betreffen nicht nur Produktverpackungen, sondern auch Versand- und Transportverpackungen.
Die neue Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung, häufig als PPWR bezeichnet, ersetzt schrittweise die bisherige Verpackungsrichtlinie 94/62/EG.
Im Unterschied zur Richtlinie gilt eine Verordnung unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten. Ziel ist eine stärkere Harmonisierung der Anforderungen an Verpackungen und Verpackungsabfälle innerhalb der Europäischen Union.
Die PPWR enthält unter anderem Vorgaben zu:
- Vermeidung von Verpackungsabfällen
- Recyclingfähigkeit von Verpackungen
- Mindestanteilen recycelter Materialien
- Kennzeichnungspflichten
- Reduzierung überflüssiger Verpackungen
Damit rückt nicht nur die Entsorgung, sondern auch die Gestaltung von Verpackungen stärker in den Fokus.
Die Verordnung wurde vom Europäischen Parlament verabschiedet und tritt nach Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft. Viele Anforderungen gelten jedoch zeitlich gestaffelt.
Für Unternehmen bedeutet das: Verpackungen müssen künftig stärker unter Nachhaltigkeits- und Recyclinggesichtspunkten geplant werden.
Als Verpackung gelten alle Produkte aus beliebigen Materialien, die dazu bestimmt sind,
- Waren aufzunehmen
- sie zu schützen
- ihre Handhabung zu erleichtern
- sie zu liefern
- oder sie zu präsentieren
Dies umfasst den gesamten Weg von der Herstellung bis zum Endverbraucher.
Nicht nur klassische Umverpackungen sind erfasst. Auch Einwegartikel, die diese Funktionen erfüllen, gelten als Verpackung. Maßgeblich ist die Zweckbestimmung, nicht das Material oder der Wert.
Beispiele sind:
- Verkaufsverpackungen eines Produkts
- Versandkartons
- Füllmaterial
- Folien und Schutzverpackungen
- Tragetaschen
Entscheidend ist, ob das Produkt dazu dient, eine Ware zu umhüllen, zu transportieren oder zu schützen.
Für Unternehmen bedeutet das: Wer verpackte Produkte erstmals in einem Land in Verkehr bringt, kann dort zur Registrierung und Systembeteiligung verpflichtet sein.
Die europäischen Vorschriften unterscheiden drei Verpackungsarten. Die Einordnung ist wichtig, da sich daraus unterschiedliche Pflichten ergeben können.
Verkaufsverpackung
Sie bildet eine Verkaufseinheit für den Endverbraucher. Dazu zählen alle Verpackungen, die ein Produkt unmittelbar umgeben und typischerweise beim Käufer verbleiben, etwa Kartons, Flaschen oder Blisterverpackungen.
Sammelverpackung
Sie fasst mehrere Verkaufseinheiten zusammen. Ihre Funktion besteht darin, mehrere Produkte gemeinsam bereitzustellen oder den Transport innerhalb des Handels zu erleichtern. Sie kann am Verkaufsort entfernt werden, ohne dass das einzelne Produkt beeinträchtigt wird.
Transportverpackung
Sie dient ausschließlich dem Transport größerer Mengen und schützt Waren vor Beschädigung auf dem Weg zwischen Hersteller, Lager und Handel. Dazu zählen beispielsweise Umkartons, Stretchfolien oder Palettenverpackungen. Frachtcontainer für Straße, Schiene, See oder Luft gelten nicht als Verpackung im Sinne der Richtlinie.
Die korrekte Zuordnung ist für die Ermittlung der meldepflichtigen Mengen und die Beteiligung an Rücknahmesystemen von Bedeutung.
Onlinehändler müssen grundsätzlich alle Verpackungen lizenzieren, die sie erstmals in einem Land in Verkehr bringen und die beim privaten Endverbraucher als Abfall anfallen.
Dazu zählen in der Regel:
- die Produktverpackung
- zusätzliche Versandkartons
- Füllmaterial wie Papier oder Luftpolster
- Versandtaschen und Schutzfolien
Entscheidend ist, wer die Verpackung erstmals in dem jeweiligen Land nutzt, um eine Ware an den Endkunden zu versenden.
Auch wenn ein Produkt bereits vom Hersteller verpackt wurde, kann der Onlinehändler für die zusätzliche Versandverpackung registrierungs- und systembeteiligungspflichtig sein.
Bei grenzüberschreitendem Versand entstehen die Verpflichtungen in dem Land, in das geliefert wird.
Für Unternehmen im Onlinehandel ist daher eine genaue Prüfung der Versandstruktur und der Zielmärkte erforderlich.
In vielen Ländern erfolgt die Systembeteiligung über eine OfH, die die Sammlung und Verwertung der Verpackungsabfälle organisiert.
Das Triman-Logo ist eine gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung in Frankreich. Es weist Verbraucher darauf hin, dass ein Produkt oder eine Verpackung getrennt gesammelt und recycelt werden soll.
Betroffen sind zahlreiche Produktbereiche, unter anderem:
- Elektro- und Elektronikgeräte
- Batterien
- Verpackungen
- Textilien
- Möbel
- Reifen
Das Symbol muss direkt auf dem Produkt oder der Verpackung angebracht sein. Es darf eine Mindestgröße von 0,6 cm x 0,7 cm nicht unterschreiten und muss gut sichtbar platziert werden.
Neben dem Logo selbst sind häufig ergänzende Sortierhinweise erforderlich. Diese geben an, wie einzelne Bestandteile korrekt zu entsorgen sind.
Unternehmen, die Produkte nach Frankreich liefern, sollten prüfen, ob ihre Waren unter die französische Produktverantwortung fallen und ob die Kennzeichnungspflichten erfüllt sind.
Eine fehlende oder fehlerhafte Kennzeichnung kann als Verstoß gegen nationale Vorschriften gewertet werden.

Textilien – Häufige Fragen zur erweiterten Herstellerverantwortung
Der Geltungsbereich für Textilien ist innerhalb der EU derzeit nicht einheitlich geregelt. Einzelne Mitgliedstaaten haben eigene Vorschriften zur erweiterten Herstellerverantwortung für Textilprodukte eingeführt oder befinden sich in der Umsetzung.
In den meisten Ländern, die bereits entsprechende Regelungen haben, fallen mindestens folgende Produkte unter die Produktverantwortung:
- Bekleidung
- Heimtextilien wie Bettwäsche oder Handtücher
Einige Staaten erfassen darüber hinaus auch:
- Schuhe
- Accessoires
- Vorhänge
- Teppiche
Da es bislang keine vollständig harmonisierte EU-Regelung für Textilien gibt, unterscheiden sich Umfang und Pflichten je nach Land.
Unternehmen, die Textilprodukte in mehreren Ländern vertreiben, sollten daher prüfen, in welchen Märkten bereits Registrierungspflichten, Mengenmeldungen oder Systembeteiligungen erforderlich sind.
Als Textilhersteller gilt in der Regel das Unternehmen, das Textilprodukte erstmals in einem Land in Verkehr bringt, in dem entsprechende Vorgaben für Hersteller gelten.
Dabei kommt es nicht zwingend darauf an, wer das Produkt produziert hat. Maßgeblich ist, wer es unter eigenem Namen oder eigener Marke auf dem jeweiligen Markt anbietet oder aus dem Ausland einführt.
Hersteller können daher unter anderem sein:
- Markeninhaber
- Importeure
- Händler mit Eigenmarken
- Onlinehändler, die direkt in ein Land liefern
Entscheidend sind das Vertriebsmodell, der Sitz des Unternehmens und das Zielland des Verkaufs.
Da die Regelungen derzeit national unterschiedlich ausgestaltet sind, sollte für jedes betroffene Land geprüft werden, ob eine Registrierungspflicht besteht.
In vielen Ländern, die bereits EPR-Vorgaben für Textilien eingeführt haben, gelten auch Fernverkäufer als Hersteller (EPR = Erweiterte Herstellerverantwortung).
Als Fernverkäufer gelten Unternehmen, die Textilprodukte grenzüberschreitend über digitale Vertriebswege anbieten, etwa über einen eigenen Onlineshop oder über Handelsplattformen.
Entscheidend ist, ob das Unternehmen Textilien direkt in ein Land liefert, in dem eine Registrierungspflicht besteht. In diesem Fall kann es dort als Hersteller eingestuft werden, auch ohne eigene Niederlassung.
Die Folgen sind in der Regel:
- Registrierung bei der zuständigen Stelle
- regelmäßige Mengenmeldungen
- Beteiligung an einem genehmigten System
- Zahlung entsprechender Entgelte
Da sich die nationalen Vorgaben unterscheiden und teilweise noch im Aufbau befinden, ist eine länderspezifische Prüfung erforderlich.
Derzeit gibt es keine eigenständige EU-Richtlinie oder EU-Verordnung, die die erweiterte Herstellerverantwortung für Textilien einheitlich regelt.
Einzelne Mitgliedstaaten haben bereits nationale Regelungen eingeführt oder befinden sich in der Vorbereitung entsprechender Gesetze. Umfang und Ausgestaltung unterscheiden sich daher deutlich von Land zu Land.
Auf europäischer Ebene gewinnt das Thema jedoch an Bedeutung. Mit der neuen Ökodesign-Verordnung 2024/1781 wurden erste Vorgaben geschaffen, die auch Textilprodukte betreffen. Dazu zählt unter anderem ein Verbot der Vernichtung unverkaufter Textilien.
Zudem sind weitere delegierte Rechtsakte geplant, die sich auf Produktanforderungen, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft konzentrieren. Perspektivisch ist mit einer EU-weiten Regelung zur Herstellerverantwortung für Textilien zu rechnen.
Unternehmen sollten daher nicht nur die aktuelle nationale Gesetzeslage im Blick behalten, sondern auch die weitere europäische Entwicklung.
Der digitale Produktpass ist ein elektronisches Informationssystem, das zentrale Angaben zu einem Produkt bündelt und zugänglich macht.
Für Textilien soll er künftig unter anderem Informationen enthalten zu:
- Materialzusammensetzung
- Herkunft
- Nachhaltigkeitseigenschaften
- Reparierbarkeit
- Recyclingfähigkeit
Rechtsgrundlage ist die neue Ökodesign-Verordnung 2024/1781. Sie sieht vor, dass für bestimmte Produktgruppen schrittweise digitale Produktpässe eingeführt werden. Textilien gehören zu den Bereichen, für die entsprechende Anforderungen erwartet werden.
Der Zugang erfolgt in der Regel über einen maschinenlesbaren Code, etwa einen QR-Code, der am Produkt angebracht ist. Je nach Berechtigung können unterschiedliche Akteure – etwa Verbraucher, Marktüberwachungsbehörden oder Recyclingunternehmen – auf relevante Informationen zugreifen.
Für Hersteller bedeutet das: Produktdaten, Lieferketteninformationen und Materialangaben müssen künftig strukturiert erfasst und verfügbar gemacht werden.
Der digitale Produktpass verlagert damit einen Teil der Produktverantwortung in die Phase der Entwicklung und Dokumentation.
Ihre Herstellerverantwortung beginnt in dem Land, in dem Sie Textilprodukte erstmals in Verkehr bringen und dort eine entsprechende gesetzliche Regelung gilt.
In einigen Mitgliedstaaten, etwa in Frankreich oder den Niederlanden, bestehen bereits verbindliche Vorgaben zur erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien. Unternehmen, die dort Textilien vertreiben, müssen die nationalen Registrierungs- und Meldepflichten erfüllen.
In anderen Ländern befinden sich entsprechende Regelungen im Aufbau oder in der Gesetzgebungsphase. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens kann daher je nach Markt variieren.
Entscheidend ist nicht der Produktionsort, sondern der Ort des Inverkehrbringens. Sobald Sie Textilien in einem Land anbieten, in dem EPR-Vorgaben gelten, entstehen dort in der Regel Registrierungspflichten und Beteiligungsanforderungen.
Unternehmen mit internationalem Vertrieb sollten daher regelmäßig prüfen, ob neue nationale Regelungen in Kraft getreten sind.
Die konkreten Pflichten hängen vom jeweiligen Land ab, in dem Sie Textilien in Verkehr bringen. Da es derzeit keine einheitliche EU-Regelung gibt, unterscheiden sich die nationalen Anforderungen.
Typischerweise umfassen die Verpflichtungen:
- Registrierung bei der zuständigen Behörde oder einem genehmigten System
- regelmäßige Meldung der in Verkehr gebrachten Mengen
- Zahlung von Entgelten auf Basis der gemeldeten Mengen
- Beteiligung an einem Rücknahme- oder Verwertungssystem
In einzelnen Ländern können zusätzliche Anforderungen bestehen, etwa:
- die Erstellung von Abfallvermeidungs- oder Nachhaltigkeitsplänen
- Vorgaben zur Materialkennzeichnung
- Nachweise zur Recyclingfähigkeit oder Wiederverwendung
Die Verpflichtungen betreffen nicht nur administrative Meldungen, sondern zunehmend auch die Produktgestaltung und Dokumentation.
Unternehmen, die Textilien in mehreren Ländern vertreiben, sollten daher die jeweiligen nationalen Vorgaben systematisch prüfen und ihre Prozesse entsprechend ausrichten.
Allgemein FAQ
There are common features and differences between compliance obligations and requirements for WEEE/E-Waste, Batteries, and Packaging between the approach in European Union countries and those of the US and Canada. Typically, requirements to register, report, and pay waste fees are common to all programs. However, producer obligations, reporting formats and frequency, waste management, and fee structures, as well as several other variables can vary significantly, with individual jurisdictions requiring steps unique only to that region. The first step for any producer is to determine if you are obligated and what steps apply to your business and EARN can provide you with the specialized support needed to navigate the complex EPR landscape in these locations.
E-Waste, Batteries, and Packaging Producer definitions, product scope, and requirements are state based in the US, and can be widely varied across the country. Because of the complex and unique differences across state boundaries, a detailed assessment of the products you sell, and your selling model, is essential to determine if your organisation must follow the EPR rules for the US states where you sell. Please reach out to our US subject matter experts to discuss your compliance obligations in the US.
Canada’s Provinces and Territories have active E-Waste, Batteries, and Packaging EPR laws in place, and whilst there are similar features across the country each Province and Territory may have unique requirements. Check in with EARN’s Canada EPR specialist staff to determine if your products fall into scope, and if you are considered a producer with obligations in Canada.
In order to register as a battery producer and file required waste reports in Canada and the US, it is important for producers to have a sound overview of the chemistries, weights, and types of batteries they are placing on the market in all states, provinces and territories in north America. For example, if selling lithium batteries, it is relevant to know the cobalt and nickel content.
If you are selling EEE and Batteries with Packaging into Singapore it is important to establish if your organisation is the Producer and responsible for EPR obligations. Singapore’s EPR system was introduced in 2021 and has been in full operation since the appointment of a national producer responsibility scheme. If you need an assessment of your Singapore obligations, please let the EARN Asia Pacific EPR specialists help!
If you are an E-Waste Steward in Australia, the Australian National Television and Computer Recycling Scheme (NTCRS) requires businesses importing or manufacturing listed products above the threshold in the designated time period to provide for the management of the waste their products will generate when they reach end of life, and follow the mandatory processes, such as registering with the one of the designated co-regulatory arrangements, and pay fees according to the volumes of electronic products you are placing on the Australian market. If you have received a notification from the Australian authority, please get in touch with EARN and our Australian subject matter expert can organize all steps necessary to ensure you are in full compliance so that you may avoid pecuniary penalties for infringements or product seized.
Glossar
WEEE Recycling & Disposal
WEEE recycling is complex due to the mixture of materials and components. If not properly managed, hazardous substances can cause environmental and health problems.
WEEE Registrations & Compliance Schemes
Under the WEEE Directive 2012/19/EC producers are required to register with national WEEE registers in each EU Member State they place their products on the market.